SCHÄTZE, DIE GESCHICHTEN ERZÄHLEN...

...findet man in der Regalerie in Konstanz Allmannsdorf. Neben Nützlichem und Schönem bietet das Ladenlokal Raum für kleine Veranstaltungen. Schnell wird klar, dass dies eine Herzensangelegenheit für die Eigentümerinnen ist. Monika Eich und Annette Mitzkat-Knöbl wissen die anvertrauten Gegenstände wertzuschätzen und liebevoll anzupreisen. Die Kunden leisten mit der Kaufentscheidung für Gebrauchtes einen Beitrag zur Nachhaltigkeit.

von Mariana Navarro García, Simon Waldburger und Franziska Ziegler

 
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Als Kinder beobachten wir, wie sich die Menschen um uns herum verhalten. Aber erst mit der Zeit wird uns bewusst, dass wir bestimmte Verhaltensweisen derer, die uns nahestehen und die wir am meisten bewundern, übernommen haben. So werden Träume und Ideen in uns geboren, die mit uns wachsen und uns unser ganzes Leben begleiten. 


Diese Geschichte beginnt mit Monikas Großvater. Durch seinen Beruf als Flaschner entdeckte er zahlreiche Schätze auf privaten Dachböden. Er erkannte den Wert von Gegenständen, welcher anderen Menschen verborgen blieb. Seine leidenschaftliche Begeisterung für diese Dinge führte dazu, dass er begann mit Antiquitäten zu handeln. Während andere Leute darüber nachdachten, bestimmte Gegenstände wegzuwerfen, fand er Wege diesen ein neues Leben zu geben.

 

Habt Ihr euch jemals gefragt, warum wir davon besessen sind, immer mehr neue Dinge zu kaufen, anstatt die Vorhandenen wertzuschätzen und uns mit weniger zufrieden zu geben? Anscheinend haben wir uns daran gewöhnt, mehr zu wollen und zu kaufen, als wir benötigen. Es fällt uns nicht leicht zu erkennen, welchen Wert ein Gegenstand hat und diesen zu schätzen. 
Dabei können uns Gegenstände generationenübergreifende Geschichten erzählen, welche Monika zu fesseln vermochten. Deshalb kam sie, als sie älter war, auf die Idee ihr Studium durch den An- und Verkauf von Antiquitäten zu finanzieren, wodurch sie früh finanziell unabhängig von ihren Eltern werden konnte. Besonders faszinierte Monika, wie diese wertvollen Gegenstände ein Lächeln auf die Gesichter der neuen BesitzerInnen zauberten. Sie wünschte sich fortan, eines Tages ihr eigenes Antiquitätengeschäft zu eröffnen und so in die Fußstapfen ihres Großvaters zu treten.

 

Jahre später entdeckte Monika, während einer Reise in Holland, ein Ladenkonzept, das ihre Aufmerksamkeit erregte und den Anstoß gab, ihre Träume in die Tat umzusetzen. Sie wollte einen Laden gründen, der dem „holländischen“ Konzept folgt: Jeder hat dort die Möglichkeit, Regalflächen zu mieten, um seine Waren auszustellen. Diese Idee würde nicht nur vielen Menschen helfen ihre Schätze zu finden, sondern könnte auch jene unterstützen, die mit ihrem eigenen Projekt starten wollen. Denn auch sie können über die Regale ihre Waren einfach ausstellen.

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Monika war sehr inspiriert und erzählte ihrer Freundin Annette davon. Diese war von der Idee hellauf begeistert und fand in kürzester Zeit eine passende Ladenfläche, um den nun gemeinsamen Wunsch zu verwirklichen. Nachdem der Mietvertrag unterschrieben wurde, machten sie sich ans Werk und begannen mit den Umbauarbeiten. Nach vielen schweißtreibenden Stunden stand die Eröffnung des Antiquitätenladens und somit die Erfüllung des lang gehegten Traums unmittelbar bevor.

Doch Ihr könnt euch vorstellen, was Anfang 2020, kurz vor der Eröffnung geschah. Jede Erfolgsgeschichte hat ihre schweren Momente und in dieser verbreitete sich eine Pandemie, welche das Leben in unserer Gesellschaft sehr einschränkte. Leider musste die Eröffnungsfeier deshalb warten und verschoben werden.

Seid auch Ihr, in dieser Zeit zuhause, vermehrt in Interaktion mit euren Gegenständen getreten? Vielleicht habt Ihr im Keller das alte Brettspiel wieder für euch entdeckt oder den kleinen Holztisch vom Dachboden abgeschliffen und geölt? Diese Wertschätzung ist es, die Monika und Annette mit ihrem Laden kultivieren wollen: Gegenstände, die von ihren jetzigen BesitzerInnen nicht mehr benötigt werden, können über die Regale weitergegeben werden, damit sie ihren Wert nicht verlieren. 

 
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Nach einigen schwierigen und unsicheren Monaten öffnete die Regalerie von Monika und Annette dann ihre Türen. Einzelpersonen können nun nach Belieben ihre Schätze und (Kunst)Werke ausstellen. Als Ausstellende zahlt Ihr eine wöchentliche Miete für das Regal und eine Provision, wenn der Verkauf erfolgreich ist. Werkschaffende bieten in den Regalen verschiedene Up-Cycling Produkte, wie Taschen und Schmuck an. 

Als Kunden findet Ihr ein vielfältiges und ständig wechselndes Sortiment vor. Die Regalerie bietet die Möglichkeit, gut erhaltene Produkte nicht zu entsorgen, sondern weiterzuverwenden. So können durch den Verzicht auf neue Produkte Ressourcen gespart werden. Das Konzept begünstigt einen nachhaltigen und bewussten Konsum.

 

Die Besitzerinnen möchten, dass die Regalerie nicht nur ein Ort ist, an dem Schätze gefunden werden können, sondern sich zu einem Treffpunkt entwickelt, welcher Menschen zusammenbringt. So kamen sie auf die Idee, Veranstaltungen zu organisieren und damit auch lokale Talente zu fördern. Geplant sind kreative Events, wie Nähabende, Schautöpfern und Lesungen.

Habt Ihr Gegenstände, die jemand anderes besser gebrauchen könnte oder habt Ihr an euren eigenen Werken aus recycelten Gegenständen gearbeitet? Monika und Annette freuen sich auf neue BesucherInnen und erwarten euch in der Regalerie mit offenen Armen.

Neugierig? regalerie.de

 

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