ECOTOPIA

THE NOTEBOOK AND REPORTS OF WILLIAM WESTON


von Ernest Callenbach, 1996

Ecotopia, in der Form von Tagebuchnotizen und Reportagen geschrieben, ist die erste Utopie, in der die Ökologie das alles beherrschende Thema ist und das Handeln der Menschen in der alltäglichen Praxis und in der Politik bestimmt.

 

ERNEST CALLENBACH

Ernest Callenbach wurde am 4. März 1929 im ländlichen Pennsylvania geboren wo er auf einer Hühner-, Truthahn- und Schweinezucht aufwächst. 1949 schließt er den Bachelor of Philosophy an der Universität von Chicago ab, an welcher er 4 Jahre später auch sein Master of Arts in Englischer Literatur erhält. Er war ein Unterstützer des einfachen Lebensstyls und widmete diesem auf 1971 sein erste Buch „Living cheaply with style“. 1975 es zur Veröffentlichung von „Ecotopia“, welches über eine Millionen mal sich verkaufte. Am 16. April 2012 starb er dann an den Folgen von Krebs im Alter von 83 Jahren in Kalifornien.

 

INHALT DES BUCHES

1. Handlung & Schreibstil

Das Buch spielt 1999 in den Vereinten Nationen und handelt von einem Reporter der New York Times namens William Weston, welcher im Auftrag der US Regierung für sechs Wochen nach Ecotopia geschickt wird, um dort das Leben und Handeln der Menschen zu dokumentieren. Die Westküsten Bundesstaaten Orgegon, Nordkalifornien und Washington lösten sich Anfang der 70er Jahre von dem Rest der US und gründeten das Land Ecotopia. Das Ziel dieses Staates ist die Schaffung eines Stable-State Systems. Das Buch unterteilt sich in offizielle Berichte und Tagebucheinträge von William Weston, welche im Wechsel geschrieben sind. In diesen berichtet über seine Erfahrungen, Begegnungen und Gefühle.

2. Ziel des Autors

Ernest Callenbach beschreibt mit Ecotopia ein fiktives Land welches es geschafft hat, ein Stable-State aufzubauen. Dabei geht er auf die Funktion des Wirtschafts- und Politiksystem, die Gesellschaft und deren den durchlebten Wandel ein.

3. Ecotopia

Ernest Callenbach erläutert in Ecotopia, dass ein stable-state System nur funktioniert, wenn eine Abkopplung vom Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum statt gefunden hat. Er beschreibt, dass das Bevölkerungswachstum in Ecotopia durch eine gute Aufklärung, billige Verhütungsmittel und der Legalisierung von Abtreibungen gebremst und rückläufig gemacht wird. Das Wirtschaftswachstum hingegen wird durch die Dezentralisierung verringert. Dezentralisierung bedeutet, dass statt einigen großen Städten, viele Kleinstädte entstehen, welche die Möglichkeit haben, sich selbst zu versorgen. Jeder dieser Städte verfügt über alle notwendigen Einrichtungen (Polizei, Ärztehäuser etc.). Auch die Wirtschaft ist dezentralisiert, wodurch eine Monopolisierung von Unternehmen verhindert wird und es sich nicht mehr rentiert Flächen zu überbewirtschaften. Ernest Callenachs beschriebenes Wirtschaftssystem ähnelt sehr der sozialen Marktwirtschaft, nur dass die Unternehmen jedem Arbeiter gehören, welche in der Firma arbeitet und die Ausbildungspolitik versucht, die Gehaltsunterschiede so gering wie möglich zu halten, so dass keine verschiedenen Klassen entstehen. Er ist auch der Meinung, dass das herrschende Steuersystem die Eigentümer nicht gerecht besteuert und besteuert nur Produktionsunternehmen in Ecotopia nach Umsatz und Gehalt der Mitarbeiter.

 

PERSÖNLICHE STELLUNGNAHME

von Lars Diener


Für mich ist Ecotopia ein Buch, welches gute Werte vermittelt und mit dem Stable-State System ein gutes Ziel verfolgt. Ernest Callenbach beschreibt die Welt, wie er sich ein Land vorstellt, dass so einen Zustand erreicht hat. Er geht auf viele Punkte ein und schafft es durch seinen Schreibstil den Leser in die Rolle von William Weston zu versetzen und Ecotopia das erste mal zu erkunden. Ab und zu verfiel in Nostalgie und wollte auch in Ecotopia leben, auch wenn es mit einigem Verzicht einher gehen würde.

Doch handelt es sich bei Ecotopia nicht um ein Buch aus Zahlen, Fakten und belegten Studien, es beinhaltet viele Technologien, welche noch nicht erfunden sind oder noch nach 45 Jahren später schwer realisierbar oder wirtschaftlich. Dafür dass das Buch schon so alt ist, greift es viele Themen auf die heutige wichtiger sind als denn je. Doch leider ist die Bevölkerung und die Wirtschaft in den Jahren erneut stark angewachsen und wodurch die Dezentralisierung in meinen Augen unmöglich wirkt. Viele Punkte können dem Buch entnommen werden, müssten allerdings an die heutige Situation angepasst werden. Allgemein bleibt jedoch Ecotopia für mich utopisch.