BEFREIUNG VOM ÜBERFLUSS

AUF DEM WEG IN DIE POSTWACHSTUMSÖKONOMIE


von Niko Paech, 2012

In seinem Gegenentwurf, der Postwachstumsökonomie, fordert er industrielle Wertschöpfungsprozesse einzuschränken und lokale Selbstversorgungsmuster zu stärken. Diese Art zu wirtschaften wäre genügsamer, aber auch stabiler und ökologisch verträglicher. Und sie würde viele Menschen entlasten, denen im Hamsterrad der materiellen Selbstverwirklichung schon ganz schwindelig wird.

 

NIKO PAECH

Niko Paech ist einer der bedeutendsten deutschen Wachstumskritiker.
Er ist 1960 in Schüttorf, Niedersachsen geboren und hat ein Studium in Volkswirtschaftslehre, sowie eine Promotion an der Universität Osnabrück absolviert. Aktuell ist er Professor an der Universität Siegen und forscht in diversen Projekten, unter anderem in den Bereichen ökologische Ökonomik, Klimaschutz, nachhaltiger Konsum, Nachhaltigkeits- kommunikation, Innovationsmanagement und Postwachstumsökonomik.

 

INHALT DES BUCHES

1. Was ist das Ziel des Buches?

Ziel des Buches ist es, den Ausstieg aus einem Wohlstandsmodell zu beschreiben, das aufgrund seiner Abhängigkeit vom Wachstum hoffnungslos geworden ist.

2. Gliederung und Argumentationslinien

Das Buch hat 155 Seiten und gliedert sich in sechs Kapitel und ein Fazit. Inhaltlich konzentriert sich das Buch auf drei Thesen:

1. Wachstum führt zu ökologischer Plünderung: das vom Autor als „Haben- jetzt-zahlen-später“ bezeichnete Prinzip, kritisiert die gegenwärtige übermäßige Nutzung von Ressourcen, in deren Folge die Vorräte und Optionen zukünftiger Generationen eingeschränkt werden.

2. Verschlimmbesserung der Umweltsituation durch technische Innovationen: Technischer Fortschritt war schon immer nur ein Einstieg in eine höhere Ebene des Energieverbrauchs. Früher hat der Mensch mit körperlicher Arbeit Tätigkeiten erledigt, die aktuell an die sogenannten Energiesklaven ausgelagert werden. Dadurch wird der Mensch immer abhängiger von energiegeleisteten Vorgängen. Durch technische, effizientere Innovationen können die Kosten der Produktion und die Preise der Produkte gesenkt werden. Dies kann zu einem Rebound-Effekt führen, beispielweise entsteht den Nachfragern eine Einsparung durch Effizienzvorteile, die es ihnen ermöglicht, in andere Güter zu investieren.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der unter dieses Thema fällt, ist, dass Innovation mit Risiken unbekannter Nebenfolgen einhergehen. Der Mensch ist somit in einem Teufelskreis gefangen: Um die Nebenfolgen einer technischen Innovation zu überwinden, werden zusätzliche Innovationen benötigt, die neue unbekannte Nebenfolgen mit sich bringen.

3. Weniger ist mehr: Verstärkung der wirtschaftlichen Versorgungsstabilität und Fokussierung auf mehr Glück anstelle der Darstellung von Verzicht.

3. Ergebnisse des Autors

Der Autor präsentiert mehrere Möglichkeiten, um das Wachstum zu entschleunigen, unter anderem:
• Die Gemeinschaftsnutzung von verschiedenen Gebrauchsgegenständen kann dazu beitragen, dass mit einer geringeren Anzahl an Produkten der Bedarf von möglichst vielen Menschen befriedigt wird. Andererseits können dadurch auch die sozialen Beziehungen gestärkt werden.

• Eine Verstärkung von kleinräumigen Ökonomien kann kürzere Transportwege und bessere Bedingungen für geschlossene Kreisläufe fördern.

• Die Güternutzungsdauer kann durch regelmäßige Pflege, Instandhaltung und Reparatur verlängert werden.

• Die Einführung einer regionalen Währung kann die Wertschöpfungskette verkürzen und die lokalen/regionalen Produzenten unterstützen.

 

PERSÖNLICHE STELLUNGNAHME

von Mariana Navarro García


Der Autor befasst sich im Buch größtenteils mit der Kritik an der Wachstumsökonomie und dem (westlichen) Lebensstil, dabei vernachlässigt er leider etwas die praktischen Lösungsvorschläge der vor- gestellten Probleme. Dadurch entstand bei mir eher ein negativer Eindruck, obwohl der Inhalt das Potential hat, einen zum Nachdenken zu bringen.

Die vom Autor ausgeübte Kritik ist inhaltlich gut, faktenbasiert und anhand 

vieler klarer Beispiele argumentiert und konnte mich dadurch größtenteils überzeugen.
Allerdings fand ich, dass die Ideen vom Autor oft wiederholt und unnötig komplex formuliert wurden.

Das Buch würde ich empfehlen, da es mir geholfen hat, neue Perspektiven zu sehen und mir einen Anreiz gegeben hat, meinen Lebensstil in einer gewissen Weise zu ändern.

 

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